Unmittelbar vor den Toren Dresdens im wildreichen Friedewald ließ August der Starke, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, auf den Mauern eines ehemaligen Renaissancebaus aus dem Jahre 1542 das repräsentative Jagd- und Lustschloss Moritzburg errichten. 1723 beauftragte er den Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann mit diesem Projekt. Die besten sächsischen Handwerker und Künstler der damaligen Zeit wirkten auch bei der Innenausstattung der sieben Säle und über 200 Räume mit und schufen ein Gesamtkunstwerk von großartiger baulichen Klarheit und landschaftlicher Harmonie.

Kostbare Porzellane, Möbel und Gemälde zeugen noch heute eindrucksvoll von der höfischen Wohn- und Tafelkultur des 18. Jahrhunderts. Großformatig bemalte und verzierte Ledertapeten verwandeln die Säle des Schlosses in ein wahres Bilderbuch antiker Mythologie. Eine der größten Trophäensammlungen Europas erinnert an die Jagdlust der wettinischen Herrscher und ihrer Gäste. Ein weiterer Höhepunkt ist neben dem wiedereröffneten Porzellanquartier das legendenumwobene »Moritzburger Federzimmer« mit dem Paradebett Augusts des Starken – ein Meisterwerk aus fast zwei Millionen farbiger Federn. Ab November verwandelt die Winterausstellung zum Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ das Gebäude in ein Märchenschloss.

Vor der Schlossanlage gibt es einen großen Parkplatz, auf dem Sie auch in eine Pferdekutsche umsatteln können, um das Areal höfisch korrekt zu erleben. Moritzburg ist übrigens jedes Jahr Schauplatz der großen Hengstparade.

Die Umgebung des Schlosses wurde erst um 1800 durch einen Urenkel des Kurfürsten einbezogen. Es entstanden das Fasanenschlösschen, der Hafen und der Leuchtturm mit Mole am Niederen Großteich Bärnsdorf, zu denen man bei einem entspannten Spaziergang entlang des Wasserkanals gelangt. Ab 1933 wurde Schloss Moritzburg als Wohnsitz vom wettinischen Prinzen Ernst Heinrich von Sachsen genutzt, bis 1945 die Wettiner enteignet wurden. Einige Ihrer kostbarsten Kunstschätze haben Ernst Heinrich von Sachsen und seine Söhne im Schlosspark vergraben, doch bis auf wenige wurden diese von den sowjetischen Truppen gefunden und abtransportiert. Erst 1996 machten Hobby-Archäologen mehrere Kisten mit Edelstein besetzten Goldschmiedearbeiten ausfindig.

Ein Geheimtipp: Nicht nur ein Erlebnis für Kinder ist die dampfbetriebene historische Lößnitzgrundbahn. Von der S-Bahn-Station Radebeul-Ost fahren Sie etwa 30 Minuten mit der Kleinbahn bis Moritzburg durch den malerischen Lößnitzgrund und die schönen Radebeuler Weinberge. Vom Bahnhof in Moritzburg ist es nur ein kurzer Spaziergang zum Schloss oder Sie besteigen ganz romantisch eine der vor dem Bahnhof wartenden Pferdekutschen. Eine beschauliche Runde um den Schloßteich dauert rund 30 Minuten und kostet 25 €. Der Start in Radebeul-Ost lässt sich auch hervorragend mit einem Besuch der wenige Minuten entfernten Villa Bärenfett im Karl-May-Museum verbinden.

Von der Villa Barbara sind es nur 30 Meter zur Bushaltestelle Trachenberger Platz, von wo Sie ein Linienbus regelmäßig schnell, bequem und preiswert bis zum Moritzburger Schloß bringt. Zur Eisenbahnstation Radebeul-Ost sind es mit der S-Bahn S1 vom Haltepunkt Pieschen nur zwei Stationen in Richtung Meißen. Die Abfahrtszeiten der historischen Kleinbahn sind mit den Ankunftszeiten der S-Bahnen abgestimmt.

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